CITSM Ausbildungsunterweisung

Ausbildungsunterweisung (Konzept)

Der Begriff Ausbildung umfasst die Vermittlung von Fähigkeiten und Kenntnissen an einen Auszubildenden durch eine ausbildende Stelle. (Quelle: Wikipedia)
Dieser Artikel dient als Konzept zur Vorbereitung für die Präsentation einer Ausbildungsunterweisung im Weiterbildungsberuf Cert. IT Professional.

Präsentation, Vorbereitung und Durchführung einer Ausbildungsunterweisung

  1. Festlegen der Rahmenbedingungen / Vorbereitung
  2. Analyse der Ausgangslage / Feststellen der Vorkenntnisse
  3. Bestimmung der Unterweisungsziele
  4. Bestimmung der Unterweisungsinhalt,
    (Didaktische Analyse) „das WAS"
  5. Wählen der Unterweisungsmethode, - Techniken, und - Mittel,
    (Methodische Analyse) „das WIE"
  6. Durchführung der Ausbildungseinheit
  7. Kontrolle / Nachbereitung der Ausbildungseinheit
  

  1. Festlegen der Rahmenbedingungen / Vorbereitung

    - Vorstellung / Beschreibung der Firma
    (Firma, Geschäftsfelder, Abteilung, Zuständig, Anzahl MA, Anzahl Azubis, etc.)

    - Thema:

    - Teilnehmer / Beruf:

    - Ort:

    - Zeit und Dauer:

    - Einzelarbeit, Partnerarbeit oder Gruppenarbeit (Begründung)

       •  Einzelarbeit:
    • stark individualisiert, auf Fertigkeiten eingehen
    • keine sozialen Fertigkeiten, keine Kommunikation, keine Kooperation

       •  Partnerarbeit:
    • Weitgehend individualisiert, fördert Teamfähigkeit
    • Voraussetzung Partner passen zusammen

       •  Gruppenarbeit:
    • Fördert Eigeninitiative und Selbstständigkeit, soziale Fertigkeiten, Selbstbewusstsein, Hilfsbereitschaft
    • Aber Gruppe hat eigene Gesetzmäßigkeiten

    - Vorab Informationen zum Thema einholen, Ausbilderwissen aktualisieren

    - Vorbereitung der Arbeitsmittel:

       •  IT - Hardware
       •  Werkzeuge, (Schraubendreher, Messgeräte, etc.)
       •  Anschauungsmaterialien, Vergleichsstücke
       •  Testsystem Zugang, Logins erstellen
       •  Testdaten, Beispieldaten
       •  Begleitenden Unterrichtsmaterialien, Kurzanleitung, CDROM
       •  Zusammenfassung
       •  Kurzkonzept für den Ausbilder
       •  ...
       •  ...

    - Informationen über den Auszubildenden im Vorfeld einholen (wenn nicht bekannt), z.B. andere Ausbilder befragen, Abteilungsleiter befragen, etc.

    - Für ungestörtes Arbeiten ist gesorgt


  2. Analyse der Ausgangslage / Feststellen der Vorkenntnisse

    - Stellung der Unterweisung im Rahmen des Ausbildungsplanes bzw. des Rahmenstoffplanes

    - Feststellen, welche Vorkenntnisse bereits vermittelt wurden,
    evtl. Anhand von Berufsschulunterlagen oder Stoffplänen

    - Wiederholen vergangener Lernstoffe / Abfragen von Wissen

    - Praxisnahe und überschaubare Fragen und Aufgaben stellen!

    - Anknüpfen daran à kann schon als Motivation für das neue Thema dienen!

       •  Extrinsische Motivation durch z.B. Nennung von Praxisbeispielen
       •  Intrinsische Motivation durch z.B. Wecken von Interesse (Fragestellungen)
       •  Motivieren kann sich letztendlich der Auszubildende nur selber!


  3. Bestimmung der Unterweisungsziele

    -  Definition des Richtlernzieles, des Grobzieles und der Feinlernziele

       •  Richtlernziel: Ausbildungsrahmen
       •  Groblernziel: Resultat der Ausbildungseinheit
       •  Feinlernziele: ein oder mehrere Arbeitsabläufe

    - Darüber hinaus gilt es auch Motivation, Lernbereitschaft und Interesse zu wecken und zu stärken
       •  Methodenkompetenz: Wissen, Fähigkeiten und Mittel richtig einsetzten
       •  Sozialkompetenz: Austausch von Informationen, Aufbau von Beziehungen
       •  Fachkompetenz: aktives Gestalten im Berufsleben

    - Kontrollieren:
       •  Feinziele: nach jedem Lernabschnitt
       •  Grobziel: nach dem Übungsabschnitt der Ausbildungseinheit
       •  Richtlernziel: nach mehreren Ausbildungseinheiten

    - Rahmen über das Thema legen; fester Anfang, festes Ende, Thema abgrenzen


  4. Bestimmung der Unterweisungsinhalt
    (Didaktische Analyse) „das WAS"


    - Abgeleitet aus Grob- und Feinlernzielen Lernabschnitte formulieren

    - Thematik in kleine, anschauliche, übersichtliche Lernabschnitte packen

    - Die Lernabschnitte sollen aufeinander aufbauen und müssen einer schlüssigen Logik folgen und sachlich richtig sein!

    - Begriffe und Abkürzungen erläutern

    - Lernprinzip: Planen - Durchführen - Kontrolle einhalten (wenn möglich)

    - Für Aktivität des Auszubildenden sorgen

    - Für Interaktion des Auszubildenden sorgen

    - Es gibt verschiedene Stufen der Lernziele/Lernabschnitte:

       •  Wissen
    • Reproduktion (wiederholen des Wissens)
    • Reorganisation (neu ordnen, selbstständig anwenden)
    • Transfer (auf andere Bereiche übertragen / anwenden)
    • Kreativität

       •  Fertigkeiten

    • Reproduktion einfacher Arbeitsvorgänge
    • Reproduktion komplexer Arbeitsvorgänge
    • Transfer auf andere Arbeitsvorgänge

       •  Persönlichkeit

    • Bewusst werden (Werte erkennen)
    • Reagieren (aus Bewusstsein heraus reagieren)
    • Eigenes Wertesystem beurteilen


  5. Wählen der Unterweisungsmethode, - techniken, und - mittel
    (Methodische Analyse) „das WIE"


    - Wahl der passenden Unterweisungsmethode:

       •  4 - Stufen - Methode:

    • Vorbereiten
    • Vormachen + Erklären
    • Nachmachen + Erklären (korrigieren Im Notfall)
    • Über und Festigen (bei Gefahr / Fehler korrigieren)

       •  Leittext - Methode

    • Schriftliche Anleitung zum Selbstständig lernen
    • Informieren - Planen - Entscheiden - Ausführen - Kontrollieren - Beurteilen

       •  Fragend - Entwickelnde - Methode

    • Aus Fragen entwickelt der Auszubildenden selbstständig Lösungen und Antworten
    • Keine Tatsachen-Fragen (Ja/Nein) sondern offene Fragen; diese lösen neuen Fragen aus à Vertiefung des Themas

       •  Fall - Methode

    • Anhand eines realistische Falles, ein praxisnahes Problem schildern
    • Voraussetzung sind bereits Grundkenntnisse
    • Auch gut für Gruppenarbeit geeignet

       •  Projekt - Methode

    • Nur im fortgeschrittenen Ausbildungsstand sinnvoll
    • nur bei projektähnlicher Aufgabenstellung

       •  Anleitung b. Bedarf oder mit Arbeitsblättern / Einarbeitungsmethode

    - Lernbereiche:

       •  Kognitive (Geist)

       •  Affektive (Gefühle)

       •  Psychomotorische (Handlung)

    - Lernregeln beachten

       •  Vom Allgemeinen zum Speziellen

       •  Vom Bekannten zum Unbekannten

       •  Vom Leichten zum Schweren

       •  Vom Konkreten zum Abstrakten

       •  Vom Einfachen zum Zusammengesetzten

    - Prinzip der Selbstständigkeit

    - Prinzip der Anschaulichkeit / Medienwahl

    - Wenn möglich dem Auszubildenden das Ausbildungsstück in die Hand geben! („Begreifbar machen!")


  6. Durchführung der Ausbildungseinheit

    - Wahl der 4-Stufen-Methode

    - Vorbereitung                                                                     (Dauer:        )

       •  Arbeitsprozess zergliedern

       •  Planungsfragen beantworten, Ort und Zeit festlegen

       •  Kontakt herstellen

       •  Befangenheit nehmen

       •  Vorkenntnisse kontrollieren

       •  Interesse wecken / Motivieren

       •  Aufgaben genau bezeichnen und benennen

       •  Lernziel erläutern

       •  Evtl. ein Lehrstück oder ein Muster in die Hand geben

       •  Auszubildenden richtig aufstellen

    - Vormachen und Erklären                                                      (Dauer:        )

       •  Ausbilder steht im Mittelpunkt

       •  Gemäß Arbeitszergliederung die Arbeitsschritte vormachen

       •  Ausführlich erläutern, Begriffe, Abkürzungen

       •  Wiederholung der Schritte und Benennung der Kernpunkte

       •  Noch einmal ohne Benennung vormachen

    - Nachmachen und Erklären                                                    (Dauer:        )

       •  Auszubildender steht im Mittelpunk

       •  Macht Schritte ohne Erklärung nach

       •  Macht Schritte mit Erklärung der Kernpunkte nach

       •  Macht Schritte mit ausführlicher Erklärung nach

       •  Ausbilder greift nur bei Gefährdung oder sachlicher Fehler ein

    - Üben und Festigen                                                               (Dauer:        )

       •  Auszubildender führt Schritte selbstständig durch

       •  Ausbilder gibt Hinweise auf Qualität, Quantität und Zeitdauer

       •  Ausbilder teilt Ansprechpartner mit, der bei Schwierigkeiten helfen kann

       •  Ausbilder lobt bei guter Leistung

       •  Ausbilder motiviert bei Misserfolg


  7. Kontrolle / Nachbereitung der Ausbildungseinheit

    - Ist das Ziel erreicht worden?

    - Auswerten der Ergebnisse der Ausbildungseinheit

    - Kontrolle des Lernziels durch Nachmachen oder Abfragen

    - Wenn möglich vom Auszubildenden selbst durchführen lassen ( z.B. durch Nachmessen eines Werkstückes oder vergleichen mit einem Musterstück)

    - Dann durch Ausbilder, wobei der Auszubildende das „Warum" erklärt.

    - Alternative Lösungswege gelten lassen

    - Auch auf eigene Fehler achten und Unterweisungsfehler hinterfragen

    - Größere Lernabschnitte ebenso kontrollieren, z.B. Tests nach mehreren Unterweisungen

    - Spätere Wiederholungen einplanen um den Lernerfolg zu sichern,
    z.B. in einer entsprechenden Abteilung einsetzen und mitarbeiten lassen, oder Aufgaben geben und nach einigen Tage eine Kontrolle einplanen, etc.