CITSM Personalwesen

3. Personalentwicklung (PE)

Definition:
Personalentwicklung bedeutet Belegschaftsmitgliedern aller hierarchischen Stufen Qualifikationen zur Bewältigung gegenwärtiger und zukünftiger Anforderungen zu vermitteln.

Inhalt Kurzskript Personalwesen

Einführung - Grundlagen und Begriffsbestimmungen
Kapitel 1 - Personalplanung
Kapitel 2 - Personalmarketing
Kapitel 3 - Personalentwicklung (PE)
Kapitel 4 - Betriebliche Ausbildung
Kapitel 5 - Fortbildung, Karriereplanung und Arbeitsorganisation



Personalentwicklung (PE) umfasst alle geplanten Maßnahmen der Bildung, der Förderung und der Organisationsentwicklung, die von einer Organisation oder Person zielorientiert geplant, realisiert und evaluiert werden, um die Ziele des Unternehmens unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und Qualifikation des Mitarbeiters oder einer Gruppe von Mitarbeitern optimal zu erreichen.

Ziel der Personalentwicklung
Ziel der strategischen Personalentwicklung ist es, Menschen, Teams und Organisationen dazu zu befähigen, ihre Aufgaben in betrieblichen Arbeitssystemen, die aktuellen und künftigen Anforderungen des Unternehmens,  erfolgreich und effizient zu bewältigen und sich neuen Herausforderungen selbstbewusst und motiviert zu stellen.
Hierzu ist es oft erforderlich, Geist und Denkverhalten der Führungsperson zu verändern aber auch das Mitarbeiter-Verhalten zu ändern um sie auf zukünftige Führungsaufgaben vorzubereiten.
Strategische Personalentwicklung ist Teil der Unternehmensstrategie und leitet sich daher von der Unternehmensvision und den Unternehmenszielen ab. Dies geschieht in der Regel durch eine Bedarfsanalyse. Die geforderten Qualifikationen und Kompetenzen werden mit den aktuellen verglichen und so der Schulungs- und Entwicklungsbedarf ermittelt. Die Bedarfsanalyse berücksichtigt dabei nicht nur die fachliche Qualifikation, sondern auch Führungs- und Sozialkompetenz. Werden Mitarbeiter nach ihren potenziellen Entwicklungschancen beurteilt, nennt man das Potenzialanalyse.

Beispiele für die Entwicklung von Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen
(Fach-, Methoden-, Handlungs-, Sozial- und Persönlichkeitskompetenz)

  • Fachliche Fähigkeiten
    • Berufsspezifisches Wissen
    • Arbeitstempo
    • Kostenbewusstsein
    • Unternehmerisches Denken
    • Allgemeine Planungs- und Ordnungskenntnisse
    • Kenntnisse zur Qualitätserreichung
    • Organisation eines Projektmanagements
    • Handhabung von Hilfsmitteln und Werkzeugen
    • Logik, (gemessen anhand des IQ)
    • Analytisches Denken, (gemessen anhand des IQ)
    • Räumliches Vorstellungsvermögen, (gemessen anhand des IQ)
  • Soziale Fähigkeiten
    • Selbstbewusstsein,
    • Selbstmotivation,
    • Selbstmanagement,
    • Engagement in der Gruppe,
    • Empathie,
    • Führungskompetenz
    • Qualitätsbewusstsein
    • Leistungsbereitschaft
    • Ausdrucksfähigkeit
    • Fremdsprachen
    • Innovationsfreude
    • Kooperationsfähigkeit
    • Motivationsfähigkeit (aktiv und passiv)
    • Konflikt- und Kritikfähigkeit (aktiv und passiv)
    • Präsentationsfähigkeit / verkäuferisches Verhalten
    • Fairness

Räumlich gesehen werden Maßnahmen der Personalentwicklung, je nach Ort bzw. Setting nicht nur am Arbeitsplatz (on-the-job) und innerhalb der dort anfallenden Arbeiten geleistet, sondern auch off-the-job, d.h. außerhalb der normalen Arbeitsumgebung und gelegentlich near-the-job (z.B. nach Dienstschluss im Außendienst).

Bedarfserfassung
Treten soziale oder fachliche Mängel auf, müssen die Ursachen hierfür gesucht werden, um passende PE-Maßnahmen anbieten zu können. Ursachen können in folgenden Bereichen liegen:

  • Wissen (Sind die Mitarbeiter informiert? Haben sie es verstanden?)
  • Wollen (Sind sie motiviert? Was demotiviert sie?)
  • Können (Sind sie ausgebildet? Haben sie genug trainiert?)
  • Dürfen (Sind sie aus ihrer Sicht berechtigt? Trauen sie sich, kreativ / kollektiv zu handeln?)

Zur Frage der Motivation von Mitarbeitern kann die Personalentwicklung sowohl in Richtung einer Defizitorientierung ansetzen (was hindert unsere Mitarbeiter daran, erfolgreich zu sein?), als auch Ressourcenorientierung zeigen (welche Fähigkeiten, Träume und Kenntnisse haben unsere Mitarbeiter noch zur Verfügung?). Je nach Motivationsstrategie des Einzelnen kann die PE diese durch entsprechend psychologisch ausgerichtete Einzelmaßnahmen aus dem Katalog o.g. Elemente umsetzen oder entsprechend den Bedürfnissen einer Mehrheit von Mitarbeitern in einer Arbeitsgruppe geeignete Strategien zur Zielerreichung anbieten.

 

Bereiche der PE

Die innerbetriebliche Spannweite möglicher Personalentwicklungsmaßnahmen reicht von der reinen Handlungsanweisung und Wissensvermittlung, über die Vermittlung sozialer Kompetenzen und Methodenwissen bis hin zum Individualcoaching und der Unterstützung von Verhaltensmodifikationen sowie psychologischer Betreuung.

Die Personalentwicklung beinhaltet neben der Förderung beruflich relevanter Kenntnisse, Fertigkeiten und Einstellungen durch Maßnahmen der Weiterbildung (Seminare und Trainings), auch die Beratung zur Arbeitsgestaltung. Damit sind sämtliche Maßnahmen, die zur systematischen Förderung der beruflichen Handlungskompetenz der in einer und für eine Organisation arbeitstätigen Individuen gemeint. Diese Bereiche sollten an den strategischen Zielen einer Organisation orientiert sein (Unternehmensstrategie strategische Personalentwicklung).

"Strategieorientierte PE ist somit darauf ausgerichtet, systematisch Schlüsselqualifikationen zu entwickeln, die zur Bewältigung unternehmensstrategisch begründeter Leistungsanforderungen benötigt werden" (Solga, Ryschka & Mattenklott, 2005, S. 18).

Die Personalentwicklung findet ihre Anwendung u.a. bei:

  • Erstausbildung
  • Qualifizierung
  • Fort- und Weiterbildung
  • Umschulung
  • Outsourcing
  • Mentoring
  • Unternehmensnachfolge

Sie ist eng mit den Teilbereichen Personentwicklung, Teamentwicklung und Organisationsentwicklung verzahnt. So können die genannten Bereiche als Teilbereich der Personalentwicklung aufgefasst werden, da mit ihnen stets Personalentwicklungsmaßnahmen verbunden sind.

(Quelle: nach Wikipedia )

Außerbwetriebliche Einflussfaktoren

  • Arbeitsmarktlage
  • Bildungssystem
  • Markt für Weiterbildungsleistung
  • Markt für Beraterleistungen
  • Kooperationmit anderem Unternehmen und überbetrieblichen Einrichtungen
  • Gesetzgebung, Rechtssprechung
  • Wertewandel


Innerbetriebliche Einflussfaktoren

  • Wirtschaftszweigzugehörigkeit (Branche)
  • Unternehmensgröße
  • Belegschaftsstruktur
  • Technologieausstattung
  • Organisationsstruktur
  • Aufgabenstruktur
  • Führungsgrundsätze und Richtlinien
  • Erfahrung mit PE-Programmen


Personelle Bedingungsgrößen

  • Mitglieder der Unternehmensleitung
  • PE-Spezialisten
  • Vorgesetzte aller Ebenen
  • Betriebsräte

 
Sicht des Unternehmens

  • Erhalt/Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit
  • Erhöhung der fachlichen und sozialen Qualifikation
  • Anpassung an Technologie und Marktverhältnisse
  • Senkung der Fluktuation
  • Stärkung des Akquisitionspotenzials am Arbeitsmarkt
  • Erweiterung der Selektionsmöglichlkeiten

  
Sicht der Mitarbeiter

  • Sicherung des eigenen Arbeitsplatzes
  • Erhöhung des Einkommnes
  • Verbesserung der Aufstiegschancen
  • Möglichkeiten zur Entfaltung der Persönlichkeit
  • Mehrung des persönlichen Ansehens
  • Sozialer Aufstieg

 
Funktionen der PE

  • Versorgungsfunktion
  • Motivationsfunktion
  • Abstimmungsfunktion

 
PE eingebunden in Unternehmen

[Unternehmensentwicklung
    -->    [Organisationsentwicklung
         -->      [PE
               -->        [Aus/Weiterbildung] ] ] ]

Prozess der Unternehmensplanung

  • o       Vision, strategische Grundausrichtung!
  • o       Strategische Geschäftsfelder
  • o       Unternehmensstrategie
  • o       Strategische PE

 
Planung von Maßnahmen

  • Ausbildung:
    • Berufsausbildung
    • Trainee
    • Einarbeitung
  • Fort-Weiterbildung:
    • Seminare
    • Coaching
    • Beratung
    • Förderung
  • Aufgabenstrukturierung:
    • Bildung von Gruppen
    • Projektarbeit
    • Sonderaufgaben
    • Qualitätszirkel
    • Stellvertretungen
    • Auslandseinsatz
  • Karriereplanung:
    • Versetzung
    • Nachfolgeplanung
    • Laufbahnplanung
    • innerbetriebliche Stellenausschreibung

 
Weiterbildung

  • interne Maßnahmen
    • Fachliteratur
    • Lehrgänge / Kurse
    • Einweisung
    • Betriebsführung
    • Workshop
  • Externe Maßnahmen
    • Messen
    • Seminare
    • Tagungen
    • Auslandsaufenthalt
    • Erfahrungsaustausch
  • Selbstständige Maßnahmen
    • Studium
    • Akademien
    • Seminare
    • Fernlehrgänge
    • Lehrgänge
    • Fachbücher

Und Ebenso

  • Coaching
  • Laufbahnberatung
  • Karriereplanung