Cert. IT Professionals Informationen

IT Weiterbildung

Die Weiterbildung im IT-Sektor war lange Zeit unübersichtlich und uneinheitlich. Ein unüberschaubares Angebot an nicht anerkannten Hersteller-Fortbildungen stand wenigen staatlich anerkannten und vergleichbaren Inhalten und Abschlüssen gegenüber. Mit dem neuen Weiterbildungssystem hat sich dies nun grundlegend geändert.

Im Mai 1999 vereinbarten deshalb die Industriegewerkschaft Metall [IG Metall], die Deutsche Postgewerkschaft [DPG], der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie e.V. [ZVEI] und die Deutsche Telekom AG »Markierungspunkte für die Neuordnung der beruflichen Weiterbildung in der IT-Branche«.

Ziel dieser Vereinbarung war es, den Personalmangel im IT-Bereich auf allen Ebenen mit einem Fort- und Weiterbildungssystem zu begegnen, das IT Fachkräften Karrieremöglichkeiten eröffnet und die IT-Tätigkeitsfelder für qualifizierte Bewerber attraktiver macht.

Das neue IT-Weiterbildungssystem
Wie sehen nun die Ergebnisse dieser Entwicklungsarbeit aus?

Es ist tatsächlich ein System von Weiterbildungsprofilen und Weiterbildungswegen entstanden, welches den Anspruch, alle relevanten Funktionen und Ebenen des Beschäftigtensystems zu bedienen, erfüllen kann. Damit kann es sich im internationalen Vergleich durchaus sehen lassen. Ein derart umfassender Entwurf beruflicher Weiterbildung für den IT-Arbeitsmarkt zwischen Berufsausbildung und Hochschule ist weder aus anderen Ländern der EU noch aus den USA bekannt.
Unter Federführung des Bundesinstituts für Berufsbildung [BIBB] erarbeiteten Betriebsexperten der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmerseite in einem Vorverfahren und in einem Hauptverfahren Fortbildungsprofile auf drei Qualifikationslevels [Spezialisten, Operative und strategische Professionals] sowie den Entwurf einer Rechtsverordnung. In der Rechtsverordnung werden Prüfungsanforderungen, Prüfungsformen und Prüfungsverfahren geregelt.

Nachdem dieses System in der ersten Jahren nun erfogreich in einigen Pilotkursen getestet wurde, etabliert es sich nun zunehmend und beginnt, auch in Mittelstand und Industrie Anerkennung zu finden.

systemitpro

 

Die Spezialisten
Die unterste Ebene stellen 29 Spezialisten-Profile dar. Sie decken Tätigkeitsfelder und Arbeitsgebiete in der Computer-,Software- und Telekommunikationsbranche ab.
Sechs Funktionsgruppen wurden definiert, und zwar:
Entwickler, Entwicklungsbetreuer, Lösungsentwickler, Techniker und Administratoren, Produkt- und Kundenbetreuer.

Bei den Bezeichnungen der Spezialisten wurde bewusst auf internationale Prägung wert gelegt. Die Bezeichnung orientiert sich an den Tätigkeitsschwerpunkten:
a] Analyst - Analyse von Problemen und Planung von Lösungen
b] Developer - Entwicklung von Lösungen
c] Administrator - Konfiguration und Betrieb von Systemen
d] Coordinator - Koordination und Kommunikation, Schnittstellenfunktion
e] Adviser - Beraten.

Die Bezeichnungen Manager, Engineer, Consultant bleiben den Professionals vorbehalten.

Die operativen und strategischen Professionals
In der zweiten, darauf aufbauenden Ebene wurden vier Operative Professionals:
Certified IT Systems Manager,Certified IT Business Manager, Certified IT Business Consultant, Certified IT MarketingManager definiert.
Sie steuern größere Verantwortungsbereiche, und tragen Personal- und Budgetverantwortung.

Je nachdem ob jemand mehr in der Produktentwicklung oder mehr im Marketing tätig ist, also eher beratend aktiv ist oder Managementfunktionen erfüllt, wird der sich für den ein oder anderen Zweig entscheiden.
Die Grundlage und Zugangsvoraussetzung zu den Professionalprofilen ist aber immer die Spezialisteneben, also die fachliche kenntnis und Erfahrung.

Insofern werden die operativen Professionals in unterschiedlichen Fachgebieten / Sparten als berufserfahrene und praxisbewährte Experten verstanden, die für Projekte oder für Organisationseinheiten operative Verantwortung übernehmen.

- Geprüfter IT-Entwickler/Geprüfte IT-Entwicklerin[Certified IT Systems Manager]
- Geprüfter IT-Projektleiter/ Geprüfte IT-Projektleiterin[Certified IT Business Manager]
- Geprüfter IT-Berater/ Geprüfte IT-Beraterin[Certified IT Consultant] Fortbildungsprofil
- Geprüfter IT-Ökonom/ Geprüfte IT-Ökonomin[Certified IT Marketing Manager]

Die dritte Ebene stellen die Strategischen Professionals dar.
In der Geschäftsführung von KMU oder der Leitung von Geschäftsbereichen größerer Unternehmen finden sich vermehrt Aufgabenfelder die strategische Produktentwicklungen und Technologieentscheidungen [Certified IT TechnicalEngineer] erforden, oder mit Geschäftspolitik und Unternehmensstrategien [Certified ITBusiness Engineer] zu tun haben.


- Geprüfter Informatiker/Geprüfte Informatikerin[Certified IT Technical Engineer]
- Geprüfter Wirtschaftsinformatiker/Geprüfte Wirtschaftsinformatikerin [Certified IT Business Engineer]

Vergleichbarkeit mit Studienabschlüssen
Diese Weiterbildungsprofile wurden so ausgelegt, dass mindestens auf der Ebene der
Professionals die Vergleichbarkeit mit Studienabschlüssen wie Bachelor oder Master gegeben
ist. Dadurch soll erreicht werden, dass berufliche Kompetenzen und Weiterbildungsleistungen
von Berufspraktikern auch von Fachhochschulen und Hochschulen anerkannt werden und diese so z. B. nach einem Abschluss als Operativer Professional ein berufsbegleitendes Masterstudium in der Informatik aufnehmen können.
Die Partner haben sich darauf verständigt, dass die Weiterbildungsabschlüsse für die operativen
und strategischen Professionals nach Berufsbildungsgesetz als bundeseinheitliche Rechtsverordnung staatlich geregelt werden. Dies unterstützt auch die europaweite Anerkennung und die Vergleichbarkeit mit Hochschulabschlüssen. Dies bedeutet, dass die Weiterbildung mit einer Prüfung vor einem Prüfungsausschuss der Kammer abgeschlossen wird.