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Gleichwertigkeit beruflicher und allgemeiner Bildung

"Erklärung der Spitzenorganisationen der Sozialpartner und der Bundesministerien für Bildung und Forschung sowie für Wirtschaft und Technologie zur Umsetzung von Leistungspunktesystemen in der beruflichen Weiterbildung am Beispiel der IT-Fortbildungsverordnung
Es ist ein gemeinsames Ziel des Bundes, der Länder und der Sozialpartner die Gleichwertigkeit
beruflicher und allgemeiner Bildung zu verwirklichen.

Auf diesem Wege soll nun in weiterer Schritt getan werden, mit dem Ziel, die Anrechnung beruflich erworbenerQualifikationen auf die Hochschulausbildung zu ermöglichen und so die Durchlässigkeit zwischen beiden Systemen zu erhöhen. Dies geschieht auf Basis bereits erfolgter bildungspolitischer Beschlüsse:

a] In der gemeinsamen Erklärung der Europäischen Bildungsminister vom 19. Juni 1999 von Bologna, an der auf deutscher Seite das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Kultusminister der Länder beteiligt waren, heißt es, dass Leistungspunkte zur Anrechnung auf Studienanforderungen auch außerhalb der Hochschulen, zum Beispiel durch lebenslanges Lernen erworben werden können. 1

b] Die HRK hat in der Entschließung des 193. Plenums vom 19./20. Februar 2001 zu den Schlussfolgerungen aus der Bologna-Erklärung, eine Konzeption des Studiums auch unter Einschluss von Angeboten des lebens- und berufsbegleitenden Lernens begrüßt.

c] In der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung haben Bund und Länder mit dem am 16. Juni 2001 beschlossenen Bericht »Zukunft von Bildung und Arbeit« u.a. die Verbesserung der Anrechnungsmöglichkeiten beruflicher Qualifikationen im Rahmen eines Studiums als gemeinsames Ziel formuliert.

d] Bund, Länder und Sozialpartner haben sich

  • in der Arbeitsgruppe »Aus- und Weiterbildung« des Bündnisses für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit unter dem Aspekt der Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung dafür ausgesprochen, die Zugangsmöglichkeiten von Absolventen der beruflichen Bildung zum Studium spürbar zu verbessern. [Beschluss vom 21.2.2000].
  • mit den Empfehlungen des Forums Bildung vom November 2001 dafür ausgesprochen, den Übergang in den Hochschulbereich durch Anrechnung von Leistungen, die außerhalb der Hochschulen erbracht worden sind, zu erleichtern.


e] In der Empfehlung des Wissenschaftsrates vom 18. Januar 2002 zur Entwicklung der Fachhochschulen heißt es, dass Phasen beruflicher Erfahrung angerechnet und kreditiert werden sollen.

Die Bundesministerien für Bildung und Forschung sowie für Wirtschaft und Technologie und die Spitzenorganisationen der Sozialpartner nehmen deshalb den Erlass der »Verordnung über die berufliche Fortbildung im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnik « zum Anlass, an die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder mit dem Vorschlag heranzutreten, diese Ziele am Beispiel der IT-Weiterbildung zu verwirklichen.
In dieser Rechtsverordnung werden vier Abschlüsse für Fach- und Führungsaufgaben geregelt, die in den Betrieben auf der mittleren Ebene liegen [operative Professionals].
Darauf bauen zwei weitere Abschlüsse auf, die in den Betrieben für Aufgaben befähigen, die derzeit meist von Hochschulabsolventen wahrgenommen werden [strategische Professionals].

Bund und Sozialpartner streben eine gemeinsame Empfehlung des Bundes, der Länder und der Sozialpartner zur Anrechnung von Lern- und Prüfungsleistungen aus der IT-Weiterbildung auf Studienleistungen an. Dies könnte durch die gemeinsame Umsetzung von Leistungspunktesystemen auf die berufliche Weiterbildung erleichtert werden, die auch europaweit im Rahmen des ECTS angewendet werden können. Dabei bleibt die Anrechnung der Weiterbildungsleistungen in den jeweiligen Studiengängen gemäß den ECTS-Regeln einer Äquivalenzprüfung durch die aufnehmende Hochschule vorbehalten."

Zitat aus der Publikation "IT Weiterbildung mit System" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), Bonn 2002

1 Joint declaration of the European Ministers of Education Convened in Bologna on the 19th of Juni 1999:
»...Establishment of a system of credits – such as the ECTS system – as a proper means of promoting the most
widespread student mobility. Credits could also be acquired in non-higher education contexts, including lifelong
learning, provided they are recognised by receiving Universities concerned...«